Soldatentum

Militärische Strukturen vor dem großen Bürgerkrieg

Vor dem Jahre 797 existierten praktisch keinerlei militärische Richtlinien, welche die Truppen der jeweiligen Herzogtümer eingeschränkt hätten. Meist hatten die unterschiedlichsten Herzöge eigene stehende Garnisonen aus Soldknechten. In Kriegszeiten (wie z.B. im großen Bürgerkrieg) wurden zusätzliche Truppen aus der Bevölkerung ausgehoben. Die „Wehrhaften Bauern“, wie sie landläufig genannt wurden, waren schlecht ausgerüstet und unerfahren, konnten aber in Verbindung mit den Soldknechten der Herzöge ansehnliche Heere bilden.

Für das Ausheben dieser Bauern waren zumeist die Barone verantwortlich, welche die Aufgabe ihren Rittern übertrugen, da diese sich in ihrem Lehen besser auskannten und wussten wer wehrfähig war und wer nicht. Die Barone mussten, beim Falle eines Krieges, ihren Herzögen eine per Kontrakt festgelegte Zahl an Truppen zur Verfügung stellen.

Die Ernteeinbussen durch verstorbene Bauern und unbestellte Felder wurden den Baronen dabei selten ersetzt (meist nur, wenn der Krieg gewonnen wurde und der Herzog in freigebiger Stimmung war)

Die Barone waren zudem verpflichtet im Ernstfall (wie z.B. bei der Verteidigung des Herzogtums) mit ihrer Ritterschaft  das Heer des Herzogs zu verstärken.

Militärische Strukturen nach dem großen Bürgerkrieg

Durch die großen Verluste und Gräuel während des Bürgerkrieges, wurde ein neues königliches Gesetz erlassen, welches alle Herzöge, sowie die Barone an eine gewisse Entwaffnung bindet.

Seither darf jeder der Grafen eines Herzogtums maximal 64 ( eine Ordonanz ) Leute in Waffen unter sich haben. Diese 64 Leute werden in 8 Einheiten namens Räder unterteilt. Dabei bilden 7 Soldaten (egal ob Schützen, Infanteristen, oder Kavalleristen) und ein Radmeister ein Rad.

Der Radmeister kann ein Ritter des Grafen sein, aber auch ein Adliger (Junker, Waffenmeister) oder ein kriegsversehrter Veteran. Acht dieser Räder bilden eine Ordonanz. Diese stehen ständig unter Waffen und sind entweder in der Garnison des Barons untergebracht, oder verweilen auf dem Lehen des Ritters, der sie anführt.

Der Herzog selbst hat keine Ordonanz, jedoch eine Leibwache in der Größe seines eigenen Ermessens. Im Kriegsfall ist er auf seine Barone und deren Truppen angewiesen.

Die „Drakensteiner Schützenpioniere“

Um Drakenstein trotz der militärischen Einschränkungen wehrfähig zu halten, wurden die „Drakensteiner Schützenpioniere“ gegründet. Diese Gruppe besteht aus den verschiedensten Bewohnern des Drakensteiner Reiches, da ein jeder sich für die Schützen rekrutieren lassen kann. Die Schützen werden gut besoldet und unterstehen nur der Krone selbst oder ernannten Vertretern, obwohl sie natürlich keine Narrenfreiheit gegenüber dem Adel haben.

Die „Drakensteiner Schützenpioniere“ werden von der Krone zur Verstärkung verschiedenster Regionen durch Drakenstein geschickt und bilden die Hauptstreitmacht bei einem Radzug.

Oft werden die Schützen auch einem Ritter auf eine gefährliche Reise mitgegeben, wenn seine Gründe im Interesse des Reiches stehen.

Die „Drakensteiner Schützenpioniere“ setzen sich hauptsächlich aus jungen Handwerkersöhnen zusammen, welche keine Anstellung in einer Feste gefunden haben. Wenn ein solcher Schütze genug Erfahrung in seinem Handwerk hat, kann er Pioniermeister werden und andere unerfahrene Schützen dirigieren, wenn z.B. Stellpavesen gebaut oder Gräben ausgehoben werden sollen. Die Schützen sind genauso wie die Garnisonen der Barone in Räder unterteilt und werden von einem Korporal angeführt.

Bei den Schützenpionieren gibt es folgende Ränge:

Rekruté: Jeder frisch angeworbene Schütze (bis auf die Adligen Geblüts) beginnt seine militärische Laufbahn als Rekruté. Ein solcher Rekrut ist entweder noch in seiner Grundausbildung in einer der Garnisonen, oder gerade frisch aus dieser einem Rad zugeteilt worden mit dem er, um erste Erfahrungen zu sammeln, auf eine Mission geschickt wird. Es wird darauf geachtet, dass kein Rad mehr als zwei Rekruten enthält, um die Stärke des Rades nicht zu beeinträchtigen.

Soldat de 2e classe: Zu einem Soldaten der zweiten Klasse steigt man schon nach kurzer Zeit auf und erhält von einem Korporal oder Zahlmeister den Königsschilling, welcher bei Austritt aus den Schützen wieder zurückgegeben werden muss.

Soldat de 1e classe: Um Soldat der ersten Klasse zu werden, muss man sich im Gefecht beweisen und entweder von seinem Korporal, oder von einem Adligen für seine Tapferkeit ausgezeichnet werden. Als Schütze der ersten Klasse ist man dazu verpflichtet den Rekruten seines Rades zur Seite zu stehen und sie all das zu Lehren, was ihnen in der Garnison nicht beigebracht wurde. Wenn der Korporal nicht Anwesend ist, hat der älteste Soldat der ersten Klasse die Befehlsgewalt über das restliche Rad, bis der Korporal wieder eintrifft oder ein anderer Korporal Befehle erteilt.

Zahlmeister: Zum Zahlmeister wird man vom Korporal ernannt. Als Zahlmeister muss man sich in der Mathematik auskennen und Fest im Leben stehen. Dem Zahlmeister ist die Teilnahme am Glücksspiel unter Androhung strengster Strafen verboten.

Pioniermeister: Ein Pioniermeister kann jeder Schütze werden, solang er Handwerkliche Erfahrung mitbringt und diese im Gefecht unter Beweis stellt, sowie bereits in den Rang der ersten Klasse aufgestiegen ist. Ein anderer Pioniermeister muss den Schützen zur Ernennung zum Pioniermeister vorschlagen, oder ihn prüfen, falls ein Korporal ihn vorgeschlagen hat.

Als Pioniermeister ist man unter Umständen befähigt ein eigenes Rad zu führen um z.B. bei einer Belagerung schwere Waffen (wie Ballisten oder Trebuchets) zu bemannen. Oder anderes Belagerungsgerät zu erbauen.

Korporal: Zum Korporal wird man, wenn man entweder Adligen Geblüts ist, (diese erhalten dafür die „Ehre“ einer längeren Ausbildung um sicherzustellen, das ein gesundes Maß an Kompetenz vorhanden ist) oder wenn man Jahre lang als Soldat der ersten Klasse in einem Rad gedient hat und herausragende Gefechts Erfahrung vorweisen kann, sowie seine Tapferkeit unter Beweis gestellt hat. Zum Korporal wird man von der Königin höchstpersönlich gewählt. Als Korporal führt man ein volles Rad ins Feld und ist für dessen Standhaftigkeit verantwortlich. Wenn mehrere Räder zusammen ausrücken wird vorher bestimmt welcher Korporal die Befehlsgewalt hat (meist der Korporal mit der meisten Gefechts Erfahrung, oft aber auch der mit den besten Beziehungen zum Hofe )

Ausrüstung und Waffen der Schützenpioniere:

Ein jeder Schütze sollte mindestens mit einem Steppwams bzw. einem Gambesons und einem Helm gerüstet sein. Der Helm sollte Ähnlichkeit mit einem Eisenhut aufweisen, darf aber individuell verziert sein (Bemalung oder Helmband) Orden können direkt am Helm, oder am Helmband angebracht werden. Jede weitere Anschaffung von Rüstung ist dem Schützen überlassen und die Kosten für diese muss jeder Schütze selbst tragen. Jedoch wird ein besser gerüsteter Schütze auch besser besoldet.

Als Bewaffnung sollte jeder Schütze über eine Art von Schusswaffe verfügen (Armbrust oder auch Bogen). Auch eine Handwaffe, wie ein Haumesser oder ein Streitkolben gehören zur Standartausrüstung eines jeden Schützen. Die Wahl dabei obligt dem Schützen selbst. Ein kleines Faustschild ist eine sinnvolle Ergänzung um im Nahkampf zu glänzen, ist aber nicht erforderlich.

Es gibt durchaus einige Schützen, welche untauglich sind eine Schusswaffe effektiv zu führen und daher zur reinen Nahkampfunterstützung dienen. Das Fehlen einer Schusswaffe wird normalerweise bei der halbjährigen Musterung übersehen, kann von den Vorgesetzten aber auch als Vorwand genutzt werden einen unflätigen Schützen „auszumustern“.

Die Schützen haben keine Einheitskleidung, jedoch sollte sollte mindestens die Hälfte des Körpers in dem königlichen Orange Drakens erstrahlen (meist durch einen getragenen Wappenrock). Klar sichtbar muss der Greif Drakens, sowie das Schützenzeichen am Körper getragen werden.

Die Truppen des Klerus

Königin Amalswind von Draken mag zwar die Herzöge und die Barone größenteils „entwaffnet“ haben, allerdings wurde eine ähnliche Vorgehensweise beim Klerus schon im Vorfeld abgeschmettert. Der Klerus gab jedoch später (Wahrscheinlich nach heftigen Verhandlungen) bekannt, dass er seine Wehrverordnungen im Zuge der neuen Ordnung des Reiches reformieren würde. Laut diesen Reformen darf jede Abtei und jedes Kloster eine Garde aus Ordonstruppen zu ihrem eigenen Schutze halten. Diese Garde ist in den meisten Fällen jedoch weitaus größer, als zum Schutze der Abtei bzw. des Klosters benötigt wird.

Zusätzlich zu diesen Truppen ist der Klerus befähigt in der Folge eines Radzuges weitere Truppen auszuheben. Meist sind dies nicht belehnte herrenlose Ritter und deren Gefolge, aber auch Bürger und für Geld erlöste Unfreie.

Die Klemmberger Bauernwehr

Um die Soldaten des Herzogtums Klemmberg zu entlasten, wurden während der forsetzenden Angriffe durch Gesetzlose aus der Bourgoigne die Bauern des Herzogtums per herzoglichen Dekret wiederbewaffnet.

Ein jeder Leibeigener schuldet seinem Herren 3 Monate im Jahr die er ihm als Kämpfer zur Verfügung steht. Dieser Dienst wird in Wehrhaufen abgeleistet. Diese Truppe besteht aus den gutherzigen einfachen Frauen und Männern des Landes, die wenn man so will zum Waffendienst gezwungen werden. Auch wenn sie nicht großartig ausgebildete Krieger sind, leisten sie doch als stramme Laien tapfer ihren Anteil. Sofern die Angst vor Aberglauben, Hexerei und Monstern sie nicht doch übermannt. Zudem die Geschichten, der Heimgekehrten Wehrer immer wieder die langen Winterabende verkürzen und den Kindern einen Schrecken einjagen.

Die Bewaffnung besteht aus dem was ein Bauer nunmal hat, sprich Mistforken, Dreschflegel, Sicheln, Sensen oder einfache Knüppel. Um die Bauern leicht von den Feinden unterscheiden zu können, wurde abseits des Drakensteiner Heraldikrechtes ein allgemeines Wappen gebilligt. Das Wappen der Klemmberger Bauernwehr zeigt das Blau und den Stierkopf des Herzogtums sowie eine Mistforke und eine Kornähre auf hellem Grund. Bedingt durch die harte Arbeit der Bauern, wird man nie ein sauberes Wappen finden.