Die Gnadenbach Kampagne

Wie das Kloster Gnadenbach entstand

Zwei Tagesreisen von der äußersten Grenze, im Herzogtum Wolfleben, erhebt sich ein kleiner Berg über ein zartes Wäldchen. An diesen Berg schmiegt sich die Gnade. Ein kleines Bächlein, welches sich aus den Tiefen des Berges speist und neben wohlschmeckenden Forellen auch genug Kraft für eine Mühle hat. In diesem Berg ist eine Höhle, welche den Priestern Ordons als Ort der Meditation und der Inneren Einkehr diente. Auch spricht das Volk von Wundern, die in dieser Höhle geschehen sein sollen.

 

Im Jahre 603 Nach Ordon begab es sich, dass die schon leicht betagte Herzogin Thealind von Wolfsleben, von Ordon mit einem hoch- und einem hinabschauenden Auge gesegnet, einer falschen Weggabelung folgte.

 

Während sich das Abendlicht dem Ende neigte und Blitz und Donner die Führung der Nacht übernahmen, errettete ein kleines Licht aus besagter Höhle die Herzogin vor einem bösen Schnupfen und möglichem schlimmeren Übel. Das Licht war entzündet worden von einer Gebetsschwester mit Namen Adelheid. Die Gute war aus ärmlichen Verhältnissen, doch vermochte sie eine großartige Nesselsuppe zu kochen. Die dralle Herzogin, welcher es nicht häufig geschah ihre 8 Mahlzeiten zu versäumen, erquickte sich am gesamten Töpfchen der Gebetsschwester. Ganz im Sinne der Demut und übergab die gute Schwester Adelheid der durchnässten und durchfrorenen Durchlaucht ihren Mantel, auf dass diese sich nach den besten Möglichkeiten zur Ruhe betten kann.

 

Schnurstraks wurde die Höhle vom gleichmäßigen Brummen einer winterschlafenden, in Seide gehüllten Bärin erfüllt, während die gute Schwester Adelheid das Feuerchen schürte. Am nächsten Morgen wurde die Herzogin von warmer Sonne auf ihrem Gesicht geweckt. Als sie die Augen aufschlug sah sie aus der Höhle auf das Tal mit dem kleinen Wäldchen hinab, durch das sich das Bächlein schlängelte. Doch alles sah so anders, klarer und farbiger. Völlig erstaunt ertastete die Herzogin ihr Antlitz, doch anstelle der puderbedeckten Pusteln in ihren Halsfalten spürte sie glatte, zarte Haut. Die Herzogin fragte die Gebetsschwester was denn des nachts mit ihr geschehen sei. Adelheid antwortete,

dass sie die Nacht damit verbracht habe für die Herzogin zu beten da sie die Mutter und Beschützerin aller Wolfslebener sei und nur dank ihrer Kraft Sicherheit und Frieden im Land herrschten.

Nach der Rückkehr zu ihrem Stammsitz stiftete die große Herzogin Thealind von Wolfsleben ein Kloster, welches seine Kapelle genau in dieser Höhle haben soll, in der ihr das Wunder des Sehens und der Gesundheit zuteil ward. Adelheid wurde zur Äbtissin des Konventes, welcher von nun an dieser Stelle nun Ordon huldigte. Das Kloster wurde mit großzügigen Ländereien versehen, auf dehnen sich während der Baumaßnahmen vier kleine Dörfer entwickelten. Besonders ist die die Befreiung, welche die große Thealind von Wolfleben kurz vor ihrem Tod im Jahre 654 nach Ordon aussprach. Niemals solle sich ein Bischof Herr über Gnadenbach nennen. Immerdar solle die vollständige Entscheidungsgewalt bei der Äbtissin oder dem Abt liegen.

 

Thealind und Adelheid blieben eng befreundet und teilten sich Glück und Leid ihr ganzes Leben lang. Beide starben in hohem Alter und teilen sich ein Grab in den tiefen Stollen der Nekropole des Klosters. In späteren Jahren wurde das Kloster durch die Inquisition übernommen und starken Baumaßnahmen unterzogen. Doch noch immer herrscht - wie von Thealind von Wolfsleben einst verfügt - die Äbtissin von Gnadenbach unabhängig über die Ländereien des Klosters. Doch ein schwerer Schlag erschütterte im Jahr 818 nach Ordon diesen friedlichen Ort.

 

Die Geißel Drakensteins, der finstere Dämonenfürst NOR umschloss das Kloster mit einem magischen Bann. Mit seinen dunklen Horden überwand er die Reihen der Drakensteiner Recken und vernichtete die meisten der heiligen Reliquien, welche in den Gewölben des Klosters lagerten. Die amtierende Äbtissin opferte ihr eigenes Leben für

einen kurzen Moment der Sicherheit… doch ließ es in dem erfolglosen Kampf. NOR erreichte sein Ziel und hinterließ Gnadenbach als brennenden Ort der Trauer und der Schande. Die Brüder und Schwestern des Konventes sind bis auf einige wenige gemordet, die Reliquien verloren und das Kloster entweiht. Doch im Moment der größten Niederlage erglomm ein neuer Hoffnungsfunken: Ein junger Priester namens Albrecht von Weide führte eine kleine Schar an Überlebenden in Sicherheit und

rettete wenigstens einige der Reliquien vor den finsteren Flammen des Dämonenfürsten. Wenn es jemand in diesen finsteren Zeiten schaffen kann, die Ruine von Gnadenbach wieder in das friedliche Kloster zu verwandeln, so ist er es. Voller grimmiger Entschlossenheit nimmt er sich der Aufgabe an, auf dass in Bälde wieder Ordons Werk in diesen altehrwürdigen Mauern getan werden kann.

 

Ordon est Orderie