Die Heiligen der Ordonskirche

Der heilige Greguar von Draken

Greguar war eins der lang gediente Altknappe des Herren von Blanché. Und er zog in so wahrlich manche Schlacht mit ihm. Doch bei der Schlacht an den langen Ufern streckten ihn die Pfeile seiner Widersacher nieder, und trennten ihn von seinem Herren. So lag er nun da, ganz regungslos in seinem eigenen Blute. Die Feldschehrer gaben ihn schon auf. Seine Augen wurden trüb, und das Licht Ordons erschien ihm. Wohlige wärme war allumfassend, und riss ihn aus seinem Körper.

 

Doch dann geschah es, er vernahm ein leises "Greguar", "Greguar".

 

Sein Herr wart schwer getroffen und umzingelt von seinen Feinden. Aussichtslos und seiner Lage bewusst rief er nach seinem Knappen. Doch wie sollte der ihm Helfen? Dann geschah es, ein Sperr durchborte die Rüstung des Blanché und warf ihn gänzlich nieder. Mit letzter Krafft flüsterte er noch zwei mal den namen seines Knappen.

 

Trotz des Kampfes Lärms und des Getümmels fanden diese Rufe Gereguar welcher dem Lichte gegenüber stand. Im Herzen durch einen Pfeil gespalten, kehrte er mit bloßem Willen zurück in seinen Leib. Ergriff seine Schild, und erschlug damit die Widersacher seines Herren und trug ihn auf seinen Schultern zu den heilenden Händen einer Priesterin.

 

Sein Herr wurde gerettet, doch der treue Greguar verstarb an seinem geborstenen Herzen.

Und von nun an ruft man immer wenn man jemanden davor bewahren will ins reich der Toten zu gehen.

Greguar ... Greguar... komm zurück!

 

Der heilige Isidur von Galgenberg

In Zeiten, da Galgenberg noch keine trutzige Feste war, sondern ein beschauliches Kloster, lebte an eben jenem Ort ein bescheidener Glaubensbruder mit Namen Isidur.

 

Eines Tages geschah es dann, dass ein Bauer eine junge Frau zum Kloster brachte. Sie sei seine Stallmagd und er habe sie im Rübenkeller beim Beischlafe mit einem Dämon beobachtet. Seit jenem Vorfall gäben die Kühe nur noch die Hälfte der Milch. Die Beschuldigt wehrte sich und behauptete, sie seie noch unberührt.

Isidur hörte sich den Fall an und versammelte alle seine Brüder um sich. Er besprach sich mit ihnen und sie beschlossen, dass, sollte die Geschichte wahr sein, die Frau gefährlich sei und in den Kerker gehöre.

Aufgrund seines starken Glaubens und seines Willens für die Ordnung zu kämpfen, erklärten die Brüder Isidur zum ersten Verfolger der Verfehlungen.

 

Isidur verließ also den Kreis der Brüder und stellte sich vor die Frau. Er erhob den Finger gegen sie und klagte sie an mit den Dienern des Chaos verkehrt zu haben. Und da er dies tat, geschah ein Wunder und Ordon gab ihm das Wissen darum, wie die Buhle zu enttarnen sei.

Er schickte die Brüder nach geweihtem Wasser und so sie es brachten nahm Isidur es und übergoss die Buhle damit.

 

Unter ihrer Kleidung wurde der Bauch einer Schwangeren sichtbar und sie konnte nicht mehr leugnen. Es waren noch lange Verhöre von Nöten, bis sie alle Untaten gestand. Doch am Ende konnte die Hexe dem gerechten Urteil Ordons übergeben werden. Bruder Isidurs Fähigkeiten Hexen und andere Diener des Chaos zu enttarnen wurde im Volke schnell bekannt, und so brachten die Gerichtsbarkeiten der umliegenden Lehen alsbald ihre Angeklagten nach Galgenberg um sie dort Verhören zu lassen.

 

Und so wurde aus dem Kloster von Galgenberg die erste Inqusitionsfeste, in der lange Zeit Isidur als erster Inqusitor Drakensteins ohne Fehl Recht sprach.

 

Der heilige Cederic von Mondenaue

Cederic war ein Schäfer im Knaben Alter. Sein Vater war bereits im Frühling verstorben und so sorgte Cederic nun für seine drei jüngeren Brüder, seine Mutter und sich. Jedoch langweilte ihn das Schafe hüten sehr und so sank er in der Mittagshitze, im Schatten der gewaltigen Eiche auf der Mondenaue, in das frische Gras. Jedes mal träumte er so vom Krieg, glänzenden Rüstungen und Helden im Kampf gegen das Übel der Welt und schönen Prinzessinnen.

 

Der Wolf indes wartet jeden Tag im Dickicht auf genau diesen Moment um ein Schaf zu reißen. So geschah es das Cederic bereits in den ersten 32 Tagen des Sommers 32 Schafe an den Wolf verlor.

So musste die kleine Familie hungern und Cederics Mutter weinte, jeden Abend an dem Cederic mit den restlichen Schafen zurück kam.

 

Nun waren es noch vier Schafe, mit denen Cederic am Nächsten Tag die Weide betrat, doch egal wie sehr er sich bemühte, irgendwann übermannte ihn die Mittagshitze und er sank schlaff in das Gras unter der gewaltigen Eiche um in ihrem Schatten zu rasten. Wieder begann er von glänzendem Stahl und schönen Prinzessinnen zu träumen, da erschien ihm Ordon im Traum und sprach zu dem Jungen: "Oh du mein Cederic, der du sein möchtest wie Jene, deren Namen in Sagen genannt werden, höre. Dein Meister, der Meister über alle Dinge spricht zu dir.

 

Morgen, wenn die Sonne am höchsten steht, wird ein Mann über diese Weiden wandern. Dieser Mann ist ein Bote des Königs er kommt aus dem Osten und er wird durstig sein. Im Schatten der gewaltigen Eiche wird er dich nicht sehen, also tritt heraus und gib ihm Wasser. Zeige ihm den Weg zu eurem Dorschulzen und hüte dann weiter deine Schafe. Am Nächsten Tag, wenn die Sonne am höchsten steht, wird noch ein Bote des Königs kommen, er kommt aus dem Westen, auch er wird durstig sein, also tritt heraus aus dem Schatten, gib ihm Wasser und weise ihm den Weg zu eurem Dorfschulzen. Danach hüte weiter deine Schafe. Am dritten Tag wird wenn die Sonne am höchsten steht wird der König mit seinen Soldaten kommen, also tritt aus dem Schatten, gib deinem König Wasser und hilf seinem Gefolge bei dem errichten einer Palisade rund um dein Dorf. Danach hüte weiter deine Schafe. Am vierten Tag lasse deine Schafe im Stall und verstecke deine Mutter und deine Brüder bei ihnen. Dann musst du auf die gewaltige Eiche klettern und Ausschau halten, denn wenn die Sonne am höchsten steht wird das Heer der abtrünnigen aus Mondrarock kommen. Wenn sie nah genug sind schießt du einen brennenden Pfeil in den Himmel, auf das die Bogenschützen des Königs, hinter der Palisade, wissen wann sie schießen sollen. Also wache Cederic, wache. Wenn du schläfst wird es dein Untergang sein.“ Da erwachte Cederic und sah, dass es bereits Abend war und noch alle vier Schafe friedlich grasten.

 

Er tat wie ihm geheißen, so wach wie noch nie, als hätte er neue Lebenskraft in sich. Er gab dem Boten aus dem Osten Wasser und brachte ihn zum Dorfschulzen. Auch dem Boten aus dem Westen gab er Wasser und brachte ihn wohin ihn Ordon geheißen hatte . Am dritten Tag baute er mit des Königs Soldaten die Palisade und sah, dass die beiden Boten Waffen und Rüstungen bei sich gehabt hatten, welche die Dorfbewohner nun an sich trugen.

 

So gerüstet standen sich nun am vierten Tag, in der Mittagshitze, die beiden Heere entgegen. Cederic der von der gewaltigen Eiche aus über die Weiden gewacht hatte, gab das Zeichen für die Bogenschützen und so prasselte ein Pfeilhagel auf die Übermacht der abtrünnigen aus Mondrarock, welcher so viele Männer zu Fall brachte das der Rest floh. Cederic wurde für seinen Mut belohnt und zum Ritter geschlagen. Von diesem Moment an musste die kleine Familie nie wieder hungern und er zog an der Seite des Königs noch in viele Schlachten. Der Wolf indes gab dem Herzogtum seinen Namen Wolfsleben und noch heute opfert man ihm einmal im Monat ein Schaf.

 

Der heilige Himnerith von Täufersbach

Da bald Ackers Segen gefeiert wird, wird diesmal ein Heiliger verehrt, der unter Qualen gearbeitet hat und auch in größter Not nicht aufgegeben hat und so einen ganzen Landstrich vor dem Hungertod bewahren konnte.  Seine Arbeit und sein tiefer Glaube haben Drakenstein auch in kommenden Zeiten geholfen die Landwirtschaft zu stärken und die Ernten besser zu sichern.

 

Seit jeher sehr erfinderisch hat er einen Weg ersonnen wie er das Wasser besser aus fast vertrockneten Gegenden fördern und auf die Felder leiten konnte. Entsprungen war ihm der Gedanke im Alter von 11 Jahren, als eine Dürre das Kloster und seinen ganzen Landstrich bedrohte. Vielfach belächelt aber trotzdem in seinen Ideen geduldet machte er sich an die Arbeit. Darüber vergaß er aber nie seine klösterlichen Pflichten, widmete sich vor allem der Landwirtschaft und betete inbrünstig.

 

Im Alter von 16 geschah es, dass zwei Jahre andauernder Dürre die Menschen in Verzweiflung stürzten und er sich der Not der Menschen deutlich bewusst, immer weiter in seine Ideen vertiefte. Er betet um Hilfe, um Wasser und um eine rettende Idee. So fand er schließlich einen Hoffnungsschimmer, das rettende Nass auf die Felder zu bringen. Er steigerte sich in seine Arbeit, wurde als Irrer müde belächelt, aber da er nie seine Arbeit vergaß und bei den Gebeten länger und inbrünstiger als mancher Bruder war, wurde ihm seine Arbeit und ein wenig Material gewährt.

 

Vorerst verzichtete er nur auf seinen Schlaf, später auf sein Essen um jede Minute über seiner Idee zu brüten. Dieses Martyrium ging ein Jahr, und Bruder Himnerith von Täufersbach wie er später genannt wurde, war nur noch ein Schatten seiner selbst. Allerdings gelangte seine Idee zum Erfolg. Am Täufersbach gelang sein Vorhaben das Wasser gegen die Schwerkraft nach oben und durch Rinnen auf ein Beet zu befördern.

 

Die anderen Mönche ließen sich anstecken und als das nächste Jahr wieder ein extrem heißer Frühling anbrach und kaum Hoffnung auf Linderung bestand, arbeiteten sie alle unter Qualen an dem großen Projekt dem tiefliegendem Fluss das Wasser abzuringen.

 

Himnerith von Täufersbach war nur noch im Gebet oder an seiner Arbeit zu finden und hatte nach einigen Rückschlägen die Hoffnung schon fast aufgegeben. Als die Menschen der Umgebung immer öfter kamen um Hilfe und Nahrung für ihre Familien zu erbitten und im Kloster selbst die ersten Mönche verhungert waren zog sich Himnerith von Täufersbach in die Kapelle zurück. Zwei Tage in tiefem Gebet, im Glauben an Ordon gaben ihm Kraft und neue Hoffnung.

 

Ordon sah, dass die Arbeit wohl gelungen war und ließ es in den weit entfernten Bergen regnen, so dass der Fluss etwas anschwoll und das technische Werk zum Laufen brachte. Als das erste Wasser sprudelte, sank Himnerith von Täufersbach neben seiner Erfindung zusammen und starb. Seither wurden seine Arbeit und sein tiefer ehrfürchtiger Glaube gerühmt. Seine Erfindung wurde ausgefeilt und wird in vielen Gegenden noch heute genutzt um Ackers Segen reichlich zu feiern.

 

Der heilige Hadubrand von Gnaknatarr

Nördlich der kleinen Gebirgskette am Herzogssitz von Mondrarock liegt das Dorf Gnaknatarr. Eher an der Grenze zum Niemandsland zwischen dem heutigen Drakensteiner Reich und den Orklanden gelegen, erfreute sich Gnaknatarr jedoch nur weniger Jahre nach seiner Gründung eines freudvollen Aufstiegs. Ein Fuhrhaus wurde gebaut und per herzoglichem Dekret wurde Gnaknatarr vom Zoll befreit und als freie Stadt bezeichnet. Handelsfahrende, insb. aus dem Bretonischen Reich, nutzen fortan Gnaknatarr fortan als Zwischenhalt und Rast auf dem Weg in die südlichen Gefilde der Mittellande.

 

Doch kamen nicht nur Waren und Geld nach Gnaknatarr sondern auch Laster und Verderben. Bald schon entwickelte sich das einst bescheidene Städtchen in einen regelrechten Sündenpfuhl in dem der Wein schneller und reichlicher floss als das Wasser im nahen Fluss. Huren, Hehler und andere Halunken waren in den Gassen zu finden. Durch das fremde Geld wurde die Stadtwache gekauft und selbst der Abt der hiesigen Ordonskirche ließ sich mit Gold und Dukaten umgarnen.

 

Ein junger Wandernovize kam nun nach Gnaknatarr. Beseelt vom Wunsch nur Ordon zu dienen und seinem Werk den zu bereiten klopfte er an die Tore der Abtei und bat um Unterkunft für eine Weile. Der Wunsch wurde dem jungen Mann, der sich selbst Hadubrand nannte gönnerhaft gewährt. Doch war das Gewähren nicht von kirchlicher Brüderlichkeit sondern vielmehr von Hochmut geprägt. Schlimmer noch in der dritten Nacht Bekam Hadubrand mit, wie drei Hübscherinnen kichernd und gigelnd aus der Kammer des Abtes kamen. In der neunten Nacht schlussendlich kam Hadubrand zu Ohren, dass ein Zugereister aus dem fremden Ländern sich an schwarzem Hexenwerk zu schaffen machte. Hadubrand aufrecht und zielstrebig im Sinne der Ordnung brachte diesen Punkt zur Anklage beim Abt. Doch der Abt wiegelte ab, zu satt war dieser, zu gewöhnt an die Annehmlichkeiten, die die Korruptheit mit sich brachte. Nicht mal den Vogt der Stadt oder gar die Wache konnte Hadubrand überzeugen.

 

Eine Woche verging. In stillem Gebet in seiner Kammer verdammte sich Hadubrand zum Fasten und bat Ordon um Rat, was zu tun sein. Im Laufe der vielen Gebetsstunden wuchs ein Gedanke in ihm heran und manifestierte sich zu einem festen Vorhaben. Gnaknatarr musste geläutert werden.

 

In der sechzehnten Nacht nahm sich Hadubrand einen Eimer Pech und acht Fackeln. Nach dem Gebet zur Entfachung der heiligen Flamme Ordons legte er an acht Stellen des Lasters und des Schandwerks Feuer in Gnaknatarr. Mit dem Zorne Ordons ging Gnaknatarr in Flammen auf. Die Sünder und Ketzer verdammten elendig im heiligen Feuer. Auf dem Hügel vor der Stadt stand Hadubrand mit seinem Wanderstab den ein Ordonsrad krönte. Jeder Flüchtende aus Gnaknatarr knieten vor ihm nieder und legten im lodernden Feuerschein die Beichte ab. Hadubrand sprach: „Das Feuer hat Dich geläutert, Du hast Deine Sünden erkannt und benannt und gibst Dich der Gerechtigkeit Ordons hin. Erhebe Dich, blicke auf Gnaknatarr und bezeuge von heute an, dass Hexenwerk und Ketzerei niemals ungesühnt bleiben. Ordon ist mit Dir, doch die Häretiker die sich ihm entsagen werden brennen in seinem Feuer.“ Mit diesen Worten reichte er jedem Bereuenden eine Kelle mit Wasser.

 

Im Morgengrauen begann der Regen und verlöschte die Feuer. Gnaknatarr war niedergebrannt und vernichtet. Die Jahre vergingen. Hadubrand, mittlerweile selber Abt, kehrte zurück nach Gnaknatarr und baute mit einigen Glaubensbrüdern und –schwestern eine neue Abtei auf dem Hügel, auf dem er einst die Beichte abnahm. Rund um die Abtei entstand neues Leben, doch erinnerte man sich stets an das Schicksal des alten Gnaknatarrs.

 

Dies war die Geschichte von Hadubrand, der heilige Hadubrand der Gnaknatarr einst mit dem heiligen Feuer Ordons läuterte und es damit vor der ewigen Verdammnis errettete.

 

Die Geschichte der seligen Hilde aus Segenfurth

Hilde war eine treue Dienerin unseres Herren und er liebte sie sehr. Sie ward keusch und fromm, von schöner, ebenmäßiger, zierlicher Gestalt und jene Gebete die sie jede Nacht sprach, erzählten von aufrichtiger, allumfassender Liebe zu ihrem Schöpfer. Eines Tages kloppfte ein Mann an ihre Tür und sprach, nachdem sie ihm geöffnet hatte folgendes: „Mägdelein, der Radzug steht bevor, so packe dein Bündel und zieh mit uns in das heilige Land, wo der Himmel derer ist, aus dem Ordon hinabschaut und die Erde jene ist, auf welcher er wandelt.“

 

Da packte Hilde ihr Bündel, steckte sich ein Auenkraut an den Hut und ward fest entschlossen Ordon im heiligen Land zu preisen und ihm ewiglich zu dienen. So zogen sie gen Süden und Ordon ward ihnen wohl gesonnen, denn das Wetter ward schön und Stimmung prächtig. Als es denn Nacht wurde bettete sich Hilde auf dem Boden zu ihren Füßen, mit dem Sternenzelt als ihre Decke und einem kleinen Gebet auf den Lippen. Als sie schlief erschien ihr Ordon im Traum und sprach : „Hilde, ich weiß du möchtest den Namen deines allwissenden Vaters hinaus in die Welt tragen und ihn in die Herzen derer Pflanzen, die da wandeln in Armut, Leid und Angst.

 

Doch, oh mein Kind, ein steiniger Weg steht dir bevor, deine Füße werden schmerzen nach diesem harten Weg, bedenke dies und entscheide recht“. Damit war die Vision vorbei, doch Hilde ward nicht abgeschreckt, demütig schritt sie voran. Und nachdem ihre Füße wund waren die zweite Nacht hereinbrach bettete sie sich auf dem Boden zu ihren Füßen, mit dem Sternenzelt als ihre Decke und einem kleinen Gebet auf den Lippen. Als sie schlief erschien ihr Ordon zum zweiten mal im Traum und sprach: “Oh Hilde, ich weiß du möchtest den Namen deines ewigen Vaters hinaus in die Welt tragen, den Zweiflern zum Trotze, die allmächtige Wahrheit in das Gewissen derer brennen, die schwanken und somit für das Böse empfänglich sind.

 

Doch, oh mein Kind, ein ausgedörrter, trockener, kraftraubender Weg steht dir bevor, bedenke diese und entscheide recht.“. Damit war die Vision vorbei, doch Hilde ward nicht abgeschreckt, zielstrebig schritt sie voran. Und nachdem sie den ganzen Tag durch eine vertrocknete Wüstenlandschaft gelaufen ward, ihr Wasser längst verbraucht und sie sich also unter sengender Hitze durstig voran gekämpft hatte, brach nun die dritte Nacht herein und sie bettete sich auf dem Boden zu ihren Füßen, mit dem Sternenzelt als ihre Decke und einem kleinen Gebet auf den Lippen.

 

Wieder erschien ihr Ordon im Traum und sprach; „Oh Du, mein Kind, ich weiß du möchtest den Namen deines unfehlbaren Vaters hinaus in die Welt tragen, den frommen und Waisen selbst ein Vorbild sein, den 8 Säulen das Fundament zu geben. Doch, oh mein mutiges Kind, du hast einen finsteren Weg vor dir, nichts vermag die allumfassende Dunkelheit zu durchbrechen. Ihr werdet euch an den Händen fassen müssen um sie zu überwinden, bedenke dies und handle recht“.

 

Damit war die Vision vorbei, doch Hilde ward nicht abgeschreckt, einig schritt sie voran. Und nachdem sie in eine Höhle gelaufen waren, deren Dunkelheit kein Fackelschein zu vertreiben vermochte, packte sich der gesamte Radzug bei den Händen um sich in der Finsternis nicht zu verlieren. 16 Stunden irrten sie durch das steinernde Labyrinth und als sie heraustraten ward es bereits Nacht. Also bettete sich Hilde auf dem Boden zu ihren Füßen, mit dem Sternenzelt als ihre Decke und einem kleinen Gebet auf den Lippen. Auch dieses mal erschien ihr Ordon im Traum und sprach: „Oh DU, mein liebstes Geschöpf, große Ehr' steht dir bevor. Ich weiß du möchtest den Namen deines unsterblichen Vaters hinaus in die Welt tragen, ihn wie ein Schwert in den Leib derer Stoßen, die ihn verachten, ihn mit Füßen treten und auf den Boden spucken, den er einst gesegnet hat. Doch, Oh arme Hilde, dieser Weg wird dein letzter

sein, wenn du ihn gehst wird das Auenkraut das Einzige sein, was von dir bleibt, also bedenke dies und handle recht“.

 

Damit war die Vision vorbei, doch Hilde ward nicht abgeschreckt, reiniglich schritt sie voran. So begab es sich, dass der Radzug in einen ketzerischen Hinterhalt tappte, viele tapfere Soldaten ließen dabei ihr Leben. Hilde aber ward von einem der Sa'uren gefangen genommen der sie später in seine Festung bringen sollte. 8 Tage hielt sie ohne Wasser in einem dunklen Kerker aus und hoffte, dass ihr Ordon wieder erscheinen möge, doch er tat es nicht. Am neunten Tag holte man sie aus dem Verließ und richtete sie augenblicklich hin. Die Sa'uren verscharrten ihren leblosen Körper auf der Rückseite der Festung. 8 Tage nach ihrem Tod jedoch, wuchs das Auenkraut auf ihrem Grab so prächtig und trug sogar Blüten.

 

Die mürrische Sa'uren zertraten sie, doch sobald sie dies getan, wuchs das Kraut erneut in voller Pracht. 16 Tage traten, schnitten und gruben sie ohne Erfolg. Da kam ihr Hauptmann auf die Idee, die Leiche der Hilde in Stücke zu reißen und sie auf der ganzen Insel zu verteilen. Seine Soldaten taten wie ihnen geheißen und verteilten die Knochen überall, doch da wo Hildes Gebeine vergraben wurden wuchs wenigstens ein Auenkraut, welches der Versandung zum Trotze prächtig blühte. Auch heute noch, so erzählt man sich, lässt Ordon das Kraut erblühen.

 

Der heilige Arvandus von Eichenthron

Vor vielen Jahren wurde ein Dorf im Herzogtum Falkenberg von einer grausamen Räuberbande tyrannisiert. Sie griffen das Dorf an, raubten Frauen, mordeteten und erpressten die armen Menschen um Geld und Nahrung. Beim nächsten Vollmond wollten sie wieder kehren um sich ihr erpresstes Gut abzuholen und drohten den Menschen, dass sie sonst das Dorf bis auf seine Grundmauern niederbrennen werden.

 

Da begab es sich dass Arvandus von Eichenthron aus den Radzügen, gemeinsam mit seinen Gefährten nach Hause zurück kehrte. Arvandus von Eichenthron aus Falkenberg war ein tapferer Soldat, der in den heiligen Radzügen so manchen Gegner erschlug und sich vieler heldenhafter Taten verdient machte. Die Menschen aus den Dörfern erblickten das heilige Zeichen des Radzuges und wussten, dass sie auf die Hilfe der tapferen Männer bauen konnten.

 

Sie baten Arvandus und seine Gefährten um Hilfe. Die Soldaten versteckten sich in der Scheune und als die Räuber zurück kehrten nutzten sie die Überraschung und griffen die Bande an. Sie schafften es, sie entweder gefangen zu nehmen um sie später der gerechten Strafe Ordons zu übergeben, oder sie auf der Stelle zu töten. Nur der Anführer der Räuber schaffte es zu entkommen. Arvandus, der auch ein fähiger Jägersmann war, verfolgte die Spur des Mörders vier Tage lang bis er an einen Fluss kam, der zu dieser Jahreszeit Hochwasser führte.

 

Die Furt war überflutet und die Fähre befand sich auf der anderen Seite des Flusses.Doch am Ufer sah er den Mörder stehen und holte mit seinem Speer aus, um ihn auf den bösen Mann zu werfen. Dieser jedoch erblickte Arvandus und suchte Schutz hinter einer mächtigen Eiche.Doch Arvandus, tief erfüllt vom Glauben und gerechtem Zorn, warf seinen Speer dennoch und dieser durchdrang das mächtige Holz der Eiche und richtete den Übeltäter.

 

Die Geschichte der seligen Isabella von Gramont

Schon früh gab der Herr von Gramont seine Tochter in die Obhut der Schwesternschaft Ordons, war doch seine jüngste Tochter Isabella ein sehr vorlautes und eigensinniges Kind. So die Hoffnung des Vaters, dass die guten Schwestern dem Kinde Anstand und vor allem Ordonsfürchtigkeit beibringen mögen. Dem starrköpfigen Kinde war nur schwer bei zu kommen und so kam es das dem jungen Mädchen ein achtjähriges Schweigegelübde auferlegt wurde. Welches wenn sie es brechen sollte hart bestraft würde.

Die Jahre vergingen und Isabelle fand in die liebevollen Arme Ordons und hatte nun auch Ihr Schweigen zu unseren Herren Ehren vollends angenommen. Still aber mit glücklichem Herzen verrichtete Sie ihre Dienste. So auch als der Krieg über die Grenzen Mondrarocks überzog. Orks, Mordbrenner, dunkles Gezücht und Untote überfielen die Grenzdörfer und hinterließen nur Tod und Verderben.

 

So auch das Kloster Gramont sowie die umliegenden Dörfer wurde Opfer des Krieges, in Scharen strömten die Flüchtlinge zur Kapelle in welcher Isabella ihren Pflichten nachkam und flehten unseren Herrn Ordon um Hilfe an. Der Feind jedoch, gnadenlos und unbarmherzig schlachtete sich durch die Hilflosen bis an die Kloster Tore.

 

Als schon alles Verloren schien erhob sich das Mädchen Isabella, öffnete ihre zarten Lippen einen Spalt und es erklang der erste Ton beseelt von der Einigkeit der Gläubigen! Mit ausgebreiteten Armen erhob sich die Frau aus den kauernden Flüchtlingen. Die Angreifer erstarrten!

 

So dann erscholl der zweite Ton! Isabella tat einen Schritt auf die Angreifer und den guten Menschen wart es als wäre Isabella von der Glorie Ordons umgeben.

 

Isabella schritt voran und es erklang der dritte Ton! Schmerz durchfuhr die Scharen der Orken, ihre Augen begannen zu bluten und die Schwarzpelze sanken gepeinigt auf die Knie.

 

Mit dem vierten Ton trat den Ungläubigen das Blute aus Mund, Nase und Ohren; den guten Menschen jedoch war es als würden himmlische Fanfaren liebliche Melodien spielen.

 

Als der fünfte Ton erklang erhoben sich die Gläubigen und folgten Isabella durch die vergehenden Horden der Untoten. 

 

Isabella erhob die Stimme und beim Klang des sechsten Tones ergriff Wahnsinn die Armee des Feindes. Die braven Frauen und Männer begannen Ordon zu preisen während sie hinter Isabella schritten.

 

Der siebte Ton wart wie Donnerhall für den Feind, ihre Körper zerbarsten auf und ihre Gedärme erbrachen sich in ihre Hände. So starben die Ungläubigen unter dem gerechten Zorn Ordons.

 

Als jedoch der achte Ton Isabellas Lippen verließ wurde den guten Menschen das Herz ganz schwer. Mitleidig beschauten sie das Meer aus Toten und ein jeder musste bitterlich weinen. So begrub man den Feind und sprach sogar die heiligen Gebete für die Gestraften. Am Abend dann erhoben die Menschen gemeinsam ihre Stimmen und sangen zu Ordons Ehren und ihrer Rettung.

Isabella dennoch sprach nie wieder nur ein Laut.